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Funde aus vorchristlicher Zeit zeugen von einer
frühen Besiedlung Möckmühls, das bereits im 8. Jahrhundert urkundlich erwähnt
wurde. Die ältesten Schreibweisen sind „Meitamulin, Meitemulen, Mechitamulin“,
was auf das Vorhandensein einer Mühle schließen lässt. Der Sage nach soll der
Ortsname auf eine fränkische Fürstin namens Mechita zurückgehen, der auch die
Mühle gehörte, also „Mechitamulin“ = „Mühle der Mechita“.
Als Mittelpunkt einer Cent, eines frühmittelalterlichen Gerichts- und
Militärbezirks, kam der Ort schon früh zu Bedeutung. Hier hatte das Kloster
Fulda in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts reichen Besitz.
Im 13. Jahrhundert war Möckmühl als würzburgisches Lehen im Besitz der Herren
von Dürn. Durch Konrad von Dürn erhielt Möckmühl um 1250 das Stadtrecht. Damals
lag die Stadt als befestigtes Vorfeld (oppidum) vor der Burg. Unter ihr befand
sich die unbefestigte Talsiedlung, geschützt durch die Flüsse Jagst und Seckach,
mit einer bereits 815 erwähnten Kirche auf dem Platz der heutigen ev. Kirche.
1287 gehörten Burg und Stadt den Herren von Hohenlohe, die 1379 ein
Chorherrenstift vor der Burg gründeten.
1445 kam Möckmühl durch Kauf an die Kurpfalz.
Um 1470 wurde die Berg- und Talsiedlung mit einer wehrhaften Stadtmauer umgeben
und die Burg neu befestigt.
1504 ging Möckmühl nach sechstägiger Belagerung durch den 17-jährigen Herzog
Ulrich an Württemberg über.
1519 verteidigte Götz von Berlichingen, der Ritter mit der eisernen Hand, die
Burg als Vogt des geächteten Herzog Ulrich von Württemberg gegen den
Schwäbischen Bund und geriet bei einem missglückten Ausfallversuch beim Oberen
Tor in Gefangenschaft nach Heilbronn.
1542 wurden Stadt und Amt Möckmühl evangelisch.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) starben 80% der Einwohner an
Kriegsfolgen und Pest (1627 und 1635). Es folgten lange Jahre der Armut. Auch
die Hexenverfolgung machte vor Möckmühl nicht halt, die letzte wegen Hexerei
angeklagte Frau wurde 1667 verbrannt. Das Centgericht, das auch die Todesstrafe
verhängen konnte, hatte bis zur Auflösung des Oberamtes Möckmühl im Jahre 1808
hier seinen Sitz. Die Stadt wurde in den Kriegen kaum zerstört, so konnte sie
ihr mittelalterlich geprägtes Bild bis heute bewahren.
Die ab 1975 durchgeführte Sanierung der historischen Altstadt fand 1992 mit der
Renovierung des 1589-1592 erbauten Rathauses ihren Abschluss.