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Der Name "Schinnersturm" bezieht sich wohl auf den Wasenmeister (Abdecker), im Volksmund auch „Schinner“ (Schinder) genannt, der - wie im 16. Jh. belegt - für das Säubern des Turms verantwortlich war. Da er zugleich Scharfrichter war, waren ihm die Verurteilten des Centgerichts (Hohes Gericht) unterstellt, die einst im Turm - vom Stadtknecht „in Eisen und Band geschlossen“ - bis zu ihrer Hinrichtung ein schreckliches Dasein fristeten. In diesem Turm wurde auch gefoltert. Die Verurteilten wurden mit den Händen an ein Seil gebunden und mit einer Haspel hochgezogen. Je nach Foltergrad (1, 2 oder 3) hat man ihnen zusätzlich Steingewichte an die Füße gehängt um sie geständig zu machen.Das Gefängnis war bereits 1823 sehr baufällig. 1973 war nur noch ein spärlicher Rest vom Untergeschoss vorhanden. Der Turm wurde 1978 wieder aufgebaut.